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Andreas Brummer wird neuer Superintendent im Kirchenkreis Laatzen-Springe

Superintendent Andreas Brummer
Der stellvertretende Superintendent Christian Hüttmann (links) und der Vorsitzende der Kirchenkreissynode Wolf Dietmar Kohlstedt (rechts) begrüßen den neuen Superintendenten Andreas Brummer vor der St.-Lukas-Kirche in Pattensen. Foto: Tobias Lehmann

Die Mitglieder in der Kirchenkreissynode haben entschieden: Pastor Andreas Brummer wird Superintendent im Kirchenkreis Laatzen-Springe. Bei der Wahl am Donnerstag, 20. Februar 2020, haben sich im zweiten Wahlgang eine deutliche Mehrheit der anwesenden Wahlberechtigten für ihn entschieden. Mitbewerberin war Dr. Karoline Läger-Reinbold. Beide hatten sich zuvor jeweils 40 Minuten lang vorgestellt und den Fragen aus den Reihen der Synodalen gestellt.

Pastor Andreas Brummer stammt aus Baden-Württemberg und hat unter anderem in Bielefeld-Bethel, Heidelberg und Tübingen studiert. Der 55-jährige ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Zurzeit lebt und arbeitet er in Hannover. Ordiniert wurde er 1996. Als Pastor war er zunächst in Hildesheim und Hannover-Ost tätig. Für den Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt war er auch Expo-Beauftragter. Danach hat er sechs Jahre für die Vereinigte Evanglisch-lutherische Kirche in Deutschland (VELKD) gearbeitet und war dort unter anderem für Aus- und Weiterbildung zuständig. Zuzeit organisiert er im Stadtkirchenverband Hannover die Vakanzvertretungen. Daneben hat Brummer für die Landeskirche Hannovers eine "Ruheständleragentur" (Zitat Brummer) aufgebaut, das Projekt "Älter-werden im Pfarrberuf".

In den Kirchenkreis Laatzen-Springe will Andreas Brummer "Herz, Hirn, Hände und Humor" mitbringen, wie er zu den Synodalen in seiner Bewerbung gesagt hat. Es sei wichtig, die Menschen nicht zu überfordern, denn "verbrannte Menschen geben keine Wärme". Eine der Zukunftsfragen für den Kirchenkreis sei, ausreichend Personal zu finden. Daneben sei es wichtig, zu schauen, was leistbar sei. "Man kann schon einiges tun, wenn man manches lässt", sagte Brummer. 

"Ein anstrengendes Verfahren hat einen hervorragenden Abschluss gefunden. Und wir freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft", sagte Wolf Dietmar Kohlstedt, Vorsitzender der Kirchenkreissyonde und des Wahlausschusses. Er sei auch erleichtert, denn das Verfahren habe in den vergangenen Monaten viel Arbeitszeit eingenommen.

Glückwünsche kommen auch von der Reginalbischöfin Dr. Petra Bahr: "Herzlich gratuliere ich Pastor Andreas Brummer zur Wahl und wünsche ihm, seine neue Aufgabe gleichermaßen entschlossen wie gelassen anzugehen. In allem Wirken wünsche ich ihm Gottes Segen, der ihm Kraft und Inspiration sein möge. Ein attraktiver Kirchenkreis hat nach einer neuen Leitung gesucht und gleich zwei hervorragende Bewerber gefunden. Es gehört zur Natur der Sache, dass nicht beide die Nachfolge von Detlef Brandes antreten können. Ich danke daher auch Pastorin Dr. Karoline Läger-Reinbold für ihre Bereitschaft, für dieses besondere Leitungsamt unserer Kirche zu kandidieren. Auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Herrn Brummer in unserem Sprengel Hannover freue ich mich schon."

Andreas Brummer wird sein Amt im Laufe des Sommers antreten.

Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

Viele evangelische und katholische Christinnen und Christen haben sich mit den Forderungen der Jugendlichen solidarisiert und sichtbar und hörbar an den "Fridays for Future" und den großen Klimademonstrationen beteiligt.
Eine "Ethik des Genug", die die beiden Kirchen schon lange fordern, wird immer plausibler und ist dringend geboten. Die Klimafastenaktion bietet vielfältige Anregungen zur Einübung in eine solche "Ethik des Genug". Bei ihr geht es darum, dass alle - die gegenwärtige Generation wie auch künftige Generationen - genug zum Leben haben. Aber es geht auch darum, dass die, die zu viel haben, es genug sein lassen können.
Über das rechte Maß nachzudenken und es immer wieder einzuüben, dazu wünschen wir auch in der Fastenzeit 2020 gutes Gelingen und Gottes Segen.
(Auszug aus dem Grußwort der diesjährigen Schirmherrin)

Klimafasten (vom 26.2.-12.4.2020)

  • tut Leib und Seele gut: Spüren und erleben, was ich wirklich brauche, was wichtig ist für ein gutes Leben im Einklang mit der Schöpfung.
  • lässt Herz, Hand und Verstand anders und achtsamer mit der Schöpfung und den Mitgeschöpfen umgehen.
  • weitet den Blick, bereitet auf Ostern vor, verändert mich und die Welt.

Mit dieser Fastenaktion stellen wir uns in die christliche Tradition, die in der Zeit vor Ostern des Leidens gedenkt und bewusst Verzicht übt, um frei zu werden für neue Gedanken und andere Verhaltensweisen.
Der Klimawandel verursacht Leiden, denn er gefährdet das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Klimaschutz macht Verzicht erforderlich. Aber immer wieder ist er ein Gewinn, wenn es gelingt, alleine oder in der Gemeinschaft das Leben klimafreundlicher zu gestalten. (Weitere Infos unter www.klimafasten.de)
Man kann wochenweise Schwerpunkte für sein Klimafasten setzen, z.B. über seinen CO2-Fußabdruck, Energieverbrauch, Elektronik-Konsum, plastikfreies Leben nachdenken, sowie über Lebensmittel retten und Mobilität bzw. nachhaltiges Reisen.
Wir bieten an, sich in einer (ökumenischen) Gruppe zu organisieren und sich über gemeinsame Veränderungen auszutauschen.

Wer Lust auf ein solches gemeinsames Nachdenken und Handeln hat, den laden wir hiermit sehr herzlich zu vier Treffen ein, jeweils donnerstags um 19 Uhr: am 20.2. in St. Oliver, am 5.3. und 26.3. in der ARCHE der Thomasgemeinde und zum Abschluss am 16.4. wieder in St. Oliver.
Verbindliche Anmeldung im Gemeinde- bzw. Pfarrbüro von St. Oliver und der Thomasgemeinde.

Wiltrud-Ulrike Mühlbauer und Kornelia Moritz

Meine Arbeit war immer mehr als ein Beruf

Sybille Jüppner geht nach 45 Jahren im Thomaskindergarten in den Ruhestand

Sybille Kiga
Foto: Stephanie Zerm / Leine-Nachrichten

"Die Kinder werden mir sehr fehlen", sagt Sybille Jüppner. Im Januar verlässt die 65-Jähige nach 45 Jahren den Thomaskindergarten und geht in den Ruhestand. In der evangelischen Einrichtung an der Otto-Hahn-Straße hat sie ihr gesamtes Berufsleben verbracht. Gleich nach ihrer zweijährigen Ausbildung zu Erzieherin absolvierte sie 1974 ihr Anerkennungsjahr in dem gerade neu eröffneten Kindergarten. "Ich habe dort sofort die Hortgruppe übernommen", erinnert sich Jüppner. Einige Jahre später wurde sie stellvertretende Leiterin, 1984 Leiterin des Thomaskindergartens.
Daran, woanders zu arbeiten, habe sie nie gedacht. " Ich habe mich hier sofort sehr wohlgefühlt", sagt sie. Die Zusammenarbeit mit der Thomasgemeinde sei immer warmherzig und vertrauensvoll gewesen, auch nachdem der Kindertagesstättenverband Calenberger Land die Trägerschaft vor einigen Jahren übernommen habe. Das sie später einmal mit Kindern arbeiten wolle, habe sie bereits im Alter von zwölf Jahren gewusst. "Ich liebe Kinder." Zwar betreut die Alt-Laatzenerin als Kita-Leiterin wegen der vielen Verwaltungsaufgaben keine feste Gruppe mehr, sondern springt nur gelgentlich als Vertretung ein. Auf eines legt Jüppner aber großen Wert: "Ich kenne alle 115 Kinder und ihre Eltern mit Namen."

Kinder kommen aus 30 Nationen
In 45 Jahren hat Jüppner in der Kita zahlreiche Veränderungen erlebt. Die Zahl der betreuten Kinder ist von 108 auf 115 gestiegen. 1997 wurde die erste integrative Gruppe eingerichtet, 2001 die zweite. 2012 kamen 15 Krippenplätze hinzu.
Auch die Jungen und Mädchen, die die Einrichtung besuchen, hätten sich gewandelt. "Im Vergleich zu früher kommen jetzt vorwiegend Kinder mit Migrationshintergrund", sagt Jüppner. "Wir haben Familien aus mehr als 30 Nationen." Die Kinder seien größtenteils muslimisch, aber auch russisch und griechisch-orthodox, jesidisch und jüdisch. Dabei sei die Religion kein Problem.

Offen für alle Religionen
"Vor allem die muslimischen Eltern bringen ihre Kinder gerne zu uns", berichtet die 65-Jährige. "Wir sind zwar ein evangelischer Kindergarten, respektieren aber alle anderen Religionen. Das spüren die Eltern." So gebe es aus Repekt für die religiös bedingten Ernährungsgewohnheiten von Muslimen und Juden prinzipiell kein Schweinefleisch in der Einrichtung.
"Obwohl wir alle Religionen berücksichtigen, bleiben wir aber ein evangelischer Kindergarten", betont Jüppner. So werde immer vor dem Essen gebetet, außerdem singen die Kinder christliche Lieder und hören biblische Geschichten. "Meine Arbeit war für mich immer mehr als nur ein Beruf", sagt Jüppner. Dabei sei es ihr wichtig gewesen, dass sich die Jungen und Mädchen in der Kita willkommen fühlen. "Sie sollen spüren, dass man sie gerne hat." Die 45 Jahre im Thomaskindergarten habe sie nie bereut. "Es ist genau das Richtige gewesen und ich würde es wieder so machen."
Aber nun wolle sie sich mehr um ihre Familie, Freunde und ihren Garten kümmern und mehr reisen. Außerdem überlegt sie, sich den lang gehegten Wunsch nach einem Hund zu erfüllen. Und schließlich singt sie ja auch noch in der Immanuelkantorei. "Langweilig wird mir ganz bestimmt nicht", sagt die 65-Jährige und lacht.
 

Stephanie Zerm / Leine-Nachrichten